Siemens Energy AG
Energietechnik-Konzern mit Fokus auf Gasturbinen, Stromnetze und Windkraft. Spin-off von Siemens 2020, positioniert für die globale Energiewende - trotz Herausforderungen bei der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa.
Kennzahlen auf einen Blick
Siemens Energy Aktienkurs
Unternehmensprofil
Die Siemens Energy AG wurde im September 2020 von der Siemens AG abgespalten und ist heute einer der weltweit führenden Energietechnik-Konzerne. Mit rund 99.000 Mitarbeitern in über 90 Ländern erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von 34,5 Milliarden Euro.
Das Geschäftsmodell deckt die gesamte Energiewertschöpfungskette ab: Von der Stromerzeugung (Gasturbinen, Windkraft) über die Stromnetze(HGÜ, Transformatoren) bis zur industriellen Dekarbonisierung(Wasserstoff, Kompressoren). Diese breite Aufstellung macht Siemens Energy zu einem zentralen Enabler der globalen Energiewende.
Der Rekord-Auftragsbestand von 123 Milliarden Euro (über 3,5 Jahre Umsatz) gibt dem Unternehmen eine außergewöhnlich hohe Planungssicherheit. Besonders die Segmente Grid Technologies und Gas Services profitieren von der steigenden Nachfrage nach Netzinfrastruktur und Stromerzeugungskapazitäten - getrieben durch die Energiewende und den KI-Boom mit seinen energiehungrigen Rechenzentren.
Wichtige Fakten zu Siemens Energy
Stammdaten
Siemens Gamesa: Die Windkraft-Probleme im Detail
Was sind die Probleme?
Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa kämpft seit 2023 mit erheblichen Qualitätsproblemen bei den Onshore-Windturbinen der Plattformen 4.X und 5.X.
Betroffene Bereiche:
- Rotorblätter
- Hauptlager
- Konstruktionsfehler
CEO Christian Bruch kritisierte, dass die Turbinen unter Wettbewerbsdruck "zu früh rausgebracht" wurden und die Fehlerkultur bei Gamesa mangelhaft war.
Zeitplan zur Behebung
Silberstreif am Horizont
Trotz der Probleme: Das Offshore-Geschäft von Siemens Gamesa läuft gut und liefert Turbinen mit bis zu 14+ MW Leistung. Langfristig bleibt Windkraft ein zentraler Pfeiler der Energiewende. Wenn die Sanierung gelingt, könnte Gamesa zum Wachstumstreiber werden - die Frage ist nur, wann.
Geschäftssegmente
Gas Services (GS)
33% AnteilGasturbinen, Service und Wartung für konventionelle Kraftwerke. Cash Cow mit hohen Margen und langfristigen Serviceverträgen.
Grid Technologies (GT)
26% AnteilHochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ), Transformatoren und Netzautomatisierung. Hauptprofiteur der Energiewende.
Transformation of Industry (TI)
13% AnteilIndustrielle Dekarbonisierung, Wasserstoff-Technologien und Kompressoren für Öl & Gas sowie Prozessindustrie.
Siemens Gamesa (SGRE)
30% AnteilOnshore- und Offshore-Windkraftanlagen. Aktuell Problemkind mit Qualitätsmängeln, aber langfristig Schlüsselsegment für die Energiewende.
Rekord-Auftragsbestand: 123 Milliarden Euro
Über 3,5 Jahre Umsatz bereits im Auftragsbuch - das gibt Planungssicherheit
Was treibt die Nachfrage?
Finanzkennzahlen im 5-Jahres-Vergleich
| Geschäftsjahr | Umsatz (EUR) | Nettoergebnis (EUR) | EPS (EUR) | Auftragsbestand | Mitarbeiter |
|---|---|---|---|---|---|
| FY 2020 | 27,5 Mrd. | -1,9 Mrd. | -2,64 | 84 Mrd. | 92.000 |
| FY 2021 | 28,5 Mrd. | -0,6 Mrd. | -0,83 | 89 Mrd. | 91.000 |
| FY 2022 | 29,0 Mrd. | -0,7 Mrd. | -0,96 | 97 Mrd. | 92.000 |
| FY 2023 | 31,1 Mrd. | -4,4 Mrd. | -5,06 | 112 Mrd. | 96.000 |
| FY 2024 | 34,5 Mrd. | +1,34 Mrd. | +1,55 | 123 Mrd. | 99.000 |
Quelle: Siemens Energy AG Geschäftsberichte. Geschäftsjahr endet jeweils am 30. September. FY2023 Verlust hauptsächlich durch Gamesa-Qualitätsprobleme (1,6 Mrd. EUR Rückstellung).
Turnaround in FY2024
Nach Jahren der Verluste hat Siemens Energy in FY2024 erstmals wieder einen Gewinn von 1,34 Mrd. EUR erzielt. Alle Segmente außer Gamesa arbeiten profitabel. Der Auftragsbestand stieg auf einen neuen Rekordwert von 123 Mrd. EUR - ein klares Zeichen für die starke Marktposition.
SWOT-Analyse Siemens Energy AG
Stärken
- +Rekord-Auftragsbestand von 123 Mrd. EUR (>3,5 Jahre Umsatz)
- +Marktführer bei Gasturbinen mit hohen Servicemargen
- +Grid Technologies profitiert stark von Netzausbau
- +Globale Präsenz in 90+ Ländern
- +Technologieführer bei HGÜ und Wasserstoff
Schwächen
- -Siemens Gamesa verursacht Milliardenverluste
- -Qualitätsprobleme bei Onshore-Windturbinen 4.X/5.X
- -Hohe Abhängigkeit vom zyklischen Energiemarkt
- -Komplexe Integration von Siemens Gamesa
- -Keine Dividende seit Spin-off 2020
Chancen
- Energiewende treibt Nachfrage nach Netz-Infrastruktur
- Rechenzentren/KI-Boom erhöhen Strombedarf massiv
- Wasserstoff-Wirtschaft als neues Wachstumsfeld
- Offshore-Wind mit hohem Margenpotenzial
- Service-Geschäft mit wiederkehrenden Einnahmen
Risiken
- Weitere Qualitätsprobleme bei Gamesa möglich
- Preisdruck durch chinesische Wettbewerber
- Politische Unsicherheit bei Energiewende-Subventionen
- Steigende Rohstoffkosten belasten Margen
- Fachkräftemangel im Energiesektor
Bewertung und Empfehlung
Unsere Empfehlung: Halten
Hohes Potenzial, aber auch hohe Risiken
Bewertungskriterien
Bull Case
- +Rekord-Auftragsbestand sichert Jahre an Umsätzen
- +Grid Technologies und Gas Services hochprofitabel
- +KI-Boom und Energiewende als strukturelle Treiber
- +Gamesa-Sanierung könnte Überraschung nach oben liefern
Bear Case
- -KGV von 60+ preist bereits viel Positives ein
- -Gamesa-Probleme könnten sich als langwieriger erweisen
- -Keine Dividende, reine Wachstumsspekulation
- -Politische Risiken bei Energiewende-Subventionen
Keine Anlageberatung: Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Investitionen in Aktien sind mit Risiken verbunden. Die Siemens Energy Aktie ist besonders volatil.
Häufig gestellte Fragen
Die Siemens Energy Aktie hat seit 2024/2025 eine beeindruckende Rallye hingelegt. Hauptgründe sind: 1) Der Rekord-Auftragsbestand von 123 Mrd. EUR gibt hohe Umsatzvisibilität. 2) Grid Technologies und Gas Services wachsen stark durch Energiewende und Rechenzentren-Boom. 3) Die Rückkehr in die Gewinnzone in FY2024 nach Jahren der Verluste. 4) Die schrittweise Lösung der Gamesa-Probleme verbessert die Marktstimmung. 5) Analysten haben ihre Kursziele mehrfach angehoben.
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