Altersvorsorge in Deutschland: So planen Sie Ihre Rente richtig

Die gesetzliche Rente allein wird nicht reichen. Doch zwischen Riester, Rurup, bAV und ETF-Sparplan verlieren viele den Überblick. Hier erfahren Sie, welche Vorsorgeformen sich für Ihre Situation lohnen - und wie Sie Ihre Rentenlücke gezielt schließen.

48%

Rentenniveau 2024

67

Regelaltersgrenze

175 EUR

Riester-Grundzulage

15%

bAV-Pflichtzuschuss

Was Sie hier lernen werden

Rentenlücke berechnen

Ermitteln Sie exakt, wie viel Geld Ihnen im Alter fehlen wird und was Sie dagegen tun können.

Staatliche Förderung nutzen

Verstehen Sie Riester, Rurup und bAV - und holen Sie sich maximale Steuervorteile.

Private Vorsorge aufbauen

Von ETF-Sparplänen bis zur Immobilie - flexible Strategien für Ihren Vermögensaufbau.

Steuern optimieren

Lernen Sie, wie Sie mit der richtigen Strategie Tausende Euro Steuern sparen.

Für Anfänger

Altersvorsorge starten: Ihr 5-Schritte-Plan

Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Keine Sorge. Folgen Sie diesem bewährten Plan und legen Sie den Grundstein für Ihre finanzielle Zukunft.

1

Renteninformation anfordern

Bestellen Sie Ihre aktuelle Renteninformation bei der Deutschen Rentenversicherung. Dieses Dokument zeigt Ihnen, mit welcher gesetzlichen Rente Sie rechnen können.

Tipp: Online unter deutsche-rentenversicherung.de oder telefonisch unter 0800 1000 4800

2

Rentenlücke berechnen

Vergleichen Sie Ihre erwartete Rente mit Ihrem gewünschten Lebensstandard. Die Differenz ist Ihre Rentenlücke - und zeigt, wie viel Sie privat vorsorgen müssen.

Tipp: Nutzen Sie unseren Rentenlücken-Rechner für eine erste Einschätzung

3

Förderungen prüfen

Haben Sie Anspruch auf Riester-Zulagen? Bietet Ihr Arbeitgeber eine bAV an? Können Sie von Rurup profitieren? Staatliche Förderung sollten Sie nicht verschenken.

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrer Personalabteilung über betriebliche Vorsorge

4

Strategie entwickeln

Kombinieren Sie geforderte und ungeforderte Vorsorge. Ein Mix aus Sicherheit (Riester, bAV) und Rendite (ETF-Sparplan) ist für die meisten optimal.

Tipp: Beginnen Sie früh - der Zinseszinseffekt ist Ihr größter Verbündeter

5

Regelmäßig überprüfen

Ihre Situation ändert sich: Gehaltssteigerungen, Familienzuwachs, neue Arbeitgeber. Passen Sie Ihre Vorsorge mindestens alle zwei Jahre an.

Tipp: Setzen Sie sich einen jährlichen Termin zur Überprüfung Ihrer Altersvorsorge

Der wichtigste Faktor: Zeit

Wer mit 25 Jahren monatlich 100 Euro bei 6% Rendite anlegt, hat mit 67 Jahren über 200.000 Euro. Wer erst mit 45 startet, kommt mit dem gleichen Betrag nur auf etwa 55.000 Euro. Der Zinseszinseffekt ist der mächtigste Verbundete bei der Altersvorsorge.

Häufig gestellte Fragen zur Altersvorsorge

Die wichtigsten Fragen rund um Rente und Vorsorge beantwortet

Wie hoch wird meine gesetzliche Rente sein?

Die Höhe Ihrer gesetzlichen Rente hängt von Ihren Beitragsjahren und Ihrem Einkommen ab. Als Faustregel gilt: Nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst erhalten Sie etwa 48% Ihres letzten Nettoeinkommens. Die genaue Prognose finden Sie in Ihrer Renteninformation, die Sie jährlich erhalten. Beachten Sie: Diese Prognose geht von gleichbleibenden Einzahlungen bis zur Rente aus - tatsächlich kann Ihre Rente niedriger ausfallen.

Für wen lohnt sich die Riester-Rente noch?

Riester lohnt sich besonders für Familien mit Kindern (175 Euro Grundzulage plus 300 Euro pro Kind ab 2008), für Geringverdiener (die Zulagen machen einen großen Teil der Einzahlung aus) und für gut verdienende Angestellte (hohe Steuererstattung). Weniger sinnvoll ist Riester für Selbstständige (nicht förderberechtigt), Singles ohne Kinder mit mittlerem Einkommen (hier sind ETF-Sparpläne oft günstiger) und Menschen kurz vor der Rente.

Was ist der Unterschied zwischen Riester und Rurup?

Riester ist für Angestellte konzipiert und bietet staatliche Zulagen plus Steuervorteil. Das angesparte Kapital kann zu 30% als Einmalzahlung entnommen werden. Rurup (Basisrente) richtet sich an Selbstständige und Gutverdiener, bietet keine Zulagen, aber sehr hohe steuerliche Absetzbarkeit (2024: 100% der Beiträge). Dafür ist Rurup komplett unkündbar und wird immer als lebenslange Rente ausgezahlt - keine Kapitalauszahlung möglich.

Wie viel Geld brauche ich für den Ruhestand?

Experten empfehlen, im Ruhestand etwa 80% Ihres letzten Nettoeinkommens zur Verfügung zu haben. Bei einem Nettoeinkommen von 3.000 Euro waren das 2.400 Euro monatlich. Ziehen Sie davon Ihre erwartete gesetzliche Rente ab - die Differenz müssen Sie privat absichern. Für eine lebenslange Zusatzrente von 500 Euro benötigen Sie bei Rentenbeginn etwa 150.000 Euro Kapital (konservativ gerechnet mit 4% Entnahme pro Jahr).

Ist die betriebliche Altersvorsorge sinnvoll?

Die bAV ist fast immer sinnvoll, wenn der Arbeitgeber dazuzahlt. Seit 2019 muss der Arbeitgeber bei Entgeltumwandlung mindestens 15% Zuschuss leisten. Bei einem Eigenanteil von 200 Euro kommen also mindestens 30 Euro vom Chef dazu. Außerdem sparen Sie Steuern und Sozialabgaben auf die umgewandelten Beträge. Nachteile: Geringere gesetzliche Rente (wegen niedrigerer Beiträge) und volle Besteuerung der Auszahlung im Alter. Trotzdem: Mit Arbeitgeberzuschuss ist bAV meist eine gute Wahl.

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