Growth Investing

Wachstumsaktien: Der Guide für Growth Investoren

Amazon, Tesla, Nvidia - diese Namen stehen für spektakuläre Kursgewinne, die aus kleinen Investments Vermögen gemacht haben. Doch Wachstumsaktien sind nicht nur Erfolgsgeschichten: Sie bringen erhebliche Risiken mit sich. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Growth-Aktien erkennen, bewerten und ob diese Strategie zu Ihnen passt.

Lesezeit: ca. 15 MinutenAktualisiert: Januar 2026

Was sind Wachstumsaktien?

Wachstumsaktien (englisch: Growth Stocks) sind Aktien von Unternehmen, die deutlich schneller wachsen als der Gesamtmarkt. Während der durchschnittliche Konzern seinen Umsatz um 5-10% pro Jahr steigert, legen echte Wachstumsunternehmen oft 20%, 30% oder sogar 50% pro Jahr zu - teilweise über viele Jahre hinweg.

Wachstumsaktien auf einen Blick

Eine Wachstumsaktie ist die Aktie eines Unternehmens, das seinen Umsatz und/oder Gewinn deutlich schneller steigert als der Marktdurchschnitt - typischerweise über 15-20% jährlich. Der Fokus liegt auf Expansion statt auf Ausschüttungen.

Merkmale von Wachstumsaktien

Nicht jedes schnell wachsende Unternehmen qualifiziert sich automatisch als Wachstumsaktie im Sinne des Growth Investing. Echte Growth-Aktien zeichnen sich durch bestimmte Merkmale aus:

  • 1
    Überdurchschnittliches Umsatzwachstum: Typisch sind Wachstumsraten von 20% oder mehr pro Jahr, oft über mehrere Jahre hinweg.
  • 2
    Hohe Reinvestitionsquote: Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern in weiteres Wachstum investiert. Dividenden gibt es selten oder gar nicht.
  • 3
    Hohe Bewertung: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt oft bei 30, 50 oder sogar über 100 - Anleger zahlen einen Aufpreis für erwartetes Wachstum.
  • 4
    Innovative Geschäftsmodelle: Growth-Unternehmen revolutionieren oft ganze Branchen oder schaffen völlig neue Märkte.

Typische Branchen für Wachstumsaktien

Growth-Aktien finden sich besonders häufig in bestimmten Sektoren:

Technologie

Software, Cloud Computing, KI, Halbleiter - der Tech-Sektor ist das klassische Terrain für Wachstumsaktien.

Healthcare & Biotech

Innovative Therapien, Genforschung und Medizintechnik bieten enormes Wachstumspotenzial.

E-Commerce

Online-Handel und digitale Marktplätze wachsen weiterhin schneller als der stationäre Einzelhandel.

Erneuerbare Energien

Solar, Wind, Batteriespeicher und Elektromobilität profitieren vom Wandel zur Nachhaltigkeit.

Unterschied zu Value-Aktien

Growth Investing und Value Investing sind zwei grundlegend verschiedene Anlagestrategien. Der Unterschied liegt nicht nur in den ausgewählten Aktien, sondern in der gesamten Denkweise:

KriteriumWachstumsaktienValue-Aktien
KGVHoch (30-100+)Niedrig (5-15)
DividendeSelten/keineOft attraktiv
Wachstumsrate20%+ pro JahrStabil, 0-10%
FokusZukünftiges PotenzialAktueller Wert
VolatilitätHochNiedriger

Beide Strategien haben ihre Berechtigung. Während Value-Investoren wie Warren Buffett auf unterbewertete Qualitätsunternehmen setzen, suchen Growth-Investoren nach den Gewinnern von morgen - und zahlen dafür heute bereits einen Premiumpreis. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zu Value Investing.

Wachstumsaktien erkennen: Die wichtigsten Kriterien

Wie unterscheiden Sie echte Wachstumsperlen von kurzfristigen Hypes? Diese Kennzahlen und Merkmale helfen Ihnen bei der Analyse.

1. Umsatzwachstum

Das Umsatzwachstum ist die wichtigste Kennzahl für Wachstumsaktien. Achten Sie auf:

  • -Konsistenz: Wächst der Umsatz Jahr für Jahr, oder gab es starke Schwankungen?
  • -Organisches Wachstum: Stammt das Wachstum aus dem operativen Geschäft oder primär aus Übernahmen?
  • -Nachhaltigkeit: Sind die Wachstumstreiber dauerhaft oder nur temporär (z.B. Pandemie-Effekte)?

Rechenbeispiel: Umsatzwachstum

Ein Unternehmen mit 100 Mio. Euro Umsatz, das jährlich 25% wächst, erreicht nach 5 Jahren bereits 305 Mio. Euro - eine Verdreifachung. Bei konstanten Margen würde sich auch der Gewinn verdreifachen. Das erklärt, warum Anleger bereit sind, für echtes Wachstum hohe Preise zu zahlen.

2. Marktanteil und Skalierbarkeit

Die besten Wachstumsunternehmen erobern Marktanteile in wachsenden Märkten - eine Kombination, die exponentielles Wachstum ermöglicht. Achten Sie auf:

  • -Total Addressable Market (TAM): Wie groß ist der potenzielle Gesamtmarkt? Ein Markt von 1 Mrd. Euro limitiert das Wachstum stärker als einer von 100 Mrd.
  • -Skalierbarkeit: Kann das Geschäftsmodell ohne proportional steigende Kosten wachsen? Software-Unternehmen sind hier im Vorteil.
  • -Netzwerkeffekte: Wird das Produkt wertvoller, je mehr Menschen es nutzen? (Beispiel: soziale Netzwerke, Marktplätze)

3. Innovative Geschäftsmodelle

Wachstumsunternehmen sind oft Disruptoren: Sie verändern ganze Branchen oder schaffen völlig neue Märkte. Fragen Sie sich:

  • -Löst das Unternehmen ein echtes Problem besser als bestehende Anbieter?
  • -Hat das Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil (Moat)?
  • -Ist das Management erfahren und auf langfristigen Erfolg ausgerichtet?

4. Bewertungskennzahlen für Growth-Aktien

Das klassische KGV ist bei Wachstumsaktien wenig aussagekräftig, da viele Unternehmen noch keine Gewinne erzielen. Wichtiger sind:

PEG Ratio (Price/Earnings to Growth)

Das KGV geteilt durch das erwartete Gewinnwachstum. Ein PEG unter 1 gilt als günstig bewertet, über 2 als teuer. Beispiel: KGV von 50 bei 25% Wachstum ergibt PEG = 2.

Formel: PEG = KGV / erwartetes jährliches Gewinnwachstum in %

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Für noch unprofitable Unternehmen aussagekräftiger als das KGV. Vergleichen Sie das KUV mit ähnlichen Unternehmen der Branche.

Typische Werte bei Growth-Aktien: 5-15 (vs. 0,5-2 bei Value-Aktien)

Rule of 40

Besonders bei SaaS-Unternehmen beliebt: Umsatzwachstum + operative Marge sollte mindestens 40% ergeben. Beispiel: 30% Wachstum + 15% Marge = 45% = gesund.

Ein Unternehmen kann schnell wachsen ODER profitabel sein - idealerweise beides.

Vertiefen Sie Ihre Kenntnisse zur Aktienbewertung in unserem Artikel zur Aktienanalyse oder nutzen Sie unseren Aktien-Bewertungs-Rechner.

Bekannte Wachstumsaktien: Erfolgsgeschichten und Lehren

Ein Blick auf erfolgreiche Growth-Aktien zeigt, welches Potenzial diese Strategie bieten kann - aber auch, welche Geduld erforderlich ist.

Amerikanische Tech-Giganten

A

Amazon

Vom Online-Buchhändler zum E-Commerce- und Cloud-Giganten. Amazon erwirtschaftete jahrelang kaum Gewinn, investierte stattdessen aggressiv in Wachstum. Wer 1997 beim Börsengang 1.000 US-Dollar investierte, hatte Ende 2024 über 2 Millionen Dollar.

Lektion: Echte Wachstumsunternehmen können jahrelang unprofitabel sein - und dennoch enormen Wert schaffen.

T

Tesla

Der Elektroauto-Pionier wurde jahrelang totgesagt. Kritiker verwiesen auf Verluste und Produktionsprobleme. Doch Tesla revolutionierte die Automobilbranche. Die Aktie verzehnfachte sich zwischen 2019 und 2021 - mit zwischenzeitlichen Einbrüchen von über 50%.

Lektion: Extreme Volatilität gehört bei Growth-Aktien dazu. Nur wer nicht panikverkauft, profitiert langfristig.

N

Nvidia

Ursprünglich ein Grafikkartenhersteller für Gamer, ist Nvidia heute der wichtigste Chip-Lieferant für Künstliche Intelligenz. Der Umsatz verdreifachte sich 2023/2024. Die Aktie stieg zwischen 2019 und 2024 um über 2.000%.

Lektion: Technologische Wendepunkte können bestehende Wachstumsunternehmen in völlig neue Wachstumsdimensionen katapultieren.

Deutsche und europäische Growth-Aktien

Auch in Europa gibt es interessante Wachstumsunternehmen, auch wenn der Markt kleiner ist als in den USA:

ASML (Niederlande)

Weltmarktführer für Lithographie-Maschinen zur Chip-Herstellung. Ohne ASML kann niemand auf der Welt modernste Halbleiter produzieren - ein nahezu uneinholbarer Technologievorsprung.

SAP (Deutschland)

Der Softwareriese aus Walldorf wandelt sich erfolgreich zum Cloud-Unternehmen. Die wiederkehrenden Umsätze wachsen zweistellig und machen SAP krisenresistenter.

Novo Nordisk (Dänemark)

Der Diabetes-Spezialist profitiert enorm vom weltweiten Erfolg seiner Abnehm-Medikamente. Die Aktie gehört zu den Top-Performern in Europa.

Adyen (Niederlande)

Der Zahlungsdienstleister wickelt Transaktionen für Spotify, Uber und viele andere ab. Wachstum von über 20% pro Jahr bei hoher Profitabilität.

Keine Anlageempfehlung

Die genannten Unternehmen dienen ausschließlich als Beispiele zur Illustration. Dies ist keine Kaufempfehlung. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Führen Sie immer Ihre eigene Analyse durch.

Chancen von Wachstumsaktien

Warum akzeptieren Anleger die hohen Bewertungen und Risiken von Growth-Aktien? Weil die potenziellen Chancen außergewöhnlich sind.

Überproportionale Renditen

Die größten Aktiengewinner der Geschichte waren fast ausnahmslos Wachstumsaktien. Ein Investment in Amazon, Apple oder Microsoft zu frühen Zeitpunkten hätte aus 10.000 Euro Millionenbeträge gemacht. Selbst wenn nur eine von zehn Growth-Aktien ein solcher Volltreffer wird, kann das das gesamte Portfolio tragen.

Disruption etablierter Märkte

Wachstumsunternehmen sind oft die Disruptoren, die ganze Branchen umkrempeln. Netflix verdrängte Blockbuster, Amazon den stationären Einzelhandel, Tesla trieb die Automobilindustrie zur Elektrifizierung. Wer früh in solche Unternehmen investiert, profitiert von fundamentalen Marktverschiebungen.

Der Zinseszinseffekt bei Wachstum

Ein Unternehmen, das 20 Jahre lang mit 20% pro Jahr wächst, ist am Ende 38-mal so groß wie zu Beginn. Bei nur 5% Wachstum wäre es lediglich 2,7-mal so groß. Dieser exponentielle Effekt erklärt, warum Anleger bereit sind, für nachhaltiges Wachstum hohe Bewertungen zu akzeptieren.

Risiken von Wachstumsaktien

Die hohen Chancen von Growth-Aktien kommen nicht ohne erhebliche Risiken. Ein ehrlicher Blick auf die Schattenseiten ist unerlässlich.

Wichtiger Risikohinweis

Wachstumsaktien können innerhalb kurzer Zeit 50%, 70% oder sogar mehr an Wert verlieren. Viele ehemalige Growth-Stars sind heute wertlos. Investieren Sie nur Geld, dessen Totalverlust Sie verkraften können, und diversifizieren Sie Ihr Portfolio breit.

Hohe Bewertungen und Enttäuschungsrisiko

Wachstumsaktien sind auf Perfektion gepreist. Verfehlt ein Unternehmen die hohen Erwartungen auch nur leicht, kann der Kurs drastisch einbrechen. Selbst ein Quartal mit 25% statt erwarteten 30% Wachstum kann zu zweistelligen Kursverlusten führen. Es gibt keinen Sicherheitspuffer.

Extreme Volatilität

Kursschwankungen von 5-10% an einem einzigen Tag sind bei Wachstumsaktien normal. Der Nasdaq-100, der viele Tech-Wachstumswerte enthält, verlor 2022 über 33%. Einzelne Growth-Aktien fielen um 70-80%. Wer bei Kursrückgängen panisch verkauft, realisiert diese Verluste.

Zinsänderungsrisiko

Wachstumsaktien leiden besonders unter steigenden Zinsen. Der Grund: Ihre hohen Bewertungen basieren auf zukünftigen Gewinnen. Bei höheren Zinsen werden diese zukünftigen Cashflows stärker abgezinst, was den theoretischen fairen Wert der Aktie mathematisch reduziert. Die Zinserhöhungen 2022/2023 demonstrierten diesen Effekt eindrücklich.

Keine Dividenden als Puffer

Die meisten Wachstumsunternehmen zahlen keine Dividenden. In schwierigen Marktphasen fehlt Ihnen daher das passive Einkommen, das Value-Investoren durch Ausschüttungen erhalten. Ihre gesamte Rendite hängt von Kursgewinnen ab - und diese können jahrelang ausbleiben.

Wachstum ist nicht garantiert

Viele vermeintliche Wachstumsstars entpuppten sich als Eintagsfliegen. WeWork, Peloton, Zoom - alle galten zeitweise als die Zukunft, bevor ihre Geschäftsmodelle an Grenzen stießen. Nicht jedes schnell wachsende Unternehmen wird zum nächsten Amazon.

Mehr zum Thema Risikomanagement erfahren Sie in unserem Artikel zum Risikomanagement bei Aktien.

Growth Investing Strategien

Wie setzen Sie Growth Investing praktisch um? Zwei grundlegende Ansätze haben sich bewährt.

Buy and Hold: Die klassische Strategie

Die erfolgreichsten Growth-Investoren kaufen Qualitätsunternehmen und halten sie über Jahrzehnte. Diese Strategie erfordert:

Die Buy-and-Hold-Checkliste

  • Überzeugung: Sie müssen an das langfristige Potenzial des Unternehmens glauben - so stark, dass Sie auch 50% Kursverluste aussitzen.
  • Geduld: Der Anlagehorizont sollte mindestens 10 Jahre betragen, besser 20+.
  • Disziplin: Nicht bei jedem Quartalsbericht handeln, sondern nur bei fundamentalen Änderungen der These.
  • Qualitätsfokus: Nur die besten Unternehmen verdienen einen Platz im Buy-and-Hold-Portfolio.

Timing bei Wachstumsaktien

Manche Anleger versuchen, Wachstumsaktien zum "richtigen" Zeitpunkt zu kaufen - etwa nach größeren Kursrückgängen. Diese Strategie ist riskant:

Was dafür spricht

  • - Kaufkurse nach Korrekturen oft attraktiver
  • - Niedrigeres Risiko bei günstigerem Einstieg
  • - Psychologisch leichter, Buchverluste zu ertragen

Was dagegen spricht

  • - Timing gelingt selbst Profis selten
  • - Während des Wartens können Kurse weiter steigen
  • - Emotionale Fehler bei Marktturbulenzen

Für die meisten Anleger ist ein regelmäßiger Sparplan sinnvoller als der Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden. Der Cost-Average-Effekt glättet Ihr Risiko über Zeit.

Wachstumsaktien im Portfolio: Die richtige Gewichtung

Growth-Aktien sollten nur ein Teil eines ausgewogenen Portfolios sein. Die optimale Gewichtung hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Wie viel Growth im Portfolio?

AnlegertypAnlagehorizontEmpfohlener Growth-Anteil
Jung, risikobereit20+ Jahre30-50%
Mittleres Alter10-20 Jahre15-30%
Konservativ5-10 Jahre5-15%
Kurz vor RenteUnter 5 Jahre0-10%

Kombination mit Value und ETFs

Ein ausgewogenes Portfolio kombiniert verschiedene Anlagestile. Ein Beispiel-Portfolio für einen wachstumsorientierten Anleger mit langem Horizont:

Beispiel-Portfoliostruktur (wachstumsorientiert)

40% Breit gestreuter Welt-ETF (z.B. MSCI World)
25% Growth-ETF oder ausgewählte Wachstumsaktien
20% Value-Aktien oder Value-ETF
10% Schwellenländer-ETF
5% Anleihen oder Liquidität

Tipp: Rebalancing nicht vergessen

Wachstumsaktien können in guten Jahren stark zulegen und dann einen zu großen Portfolioanteil einnehmen. Überprüfen Sie jährlich Ihre Asset-Allokation und stellen Sie die ursprüngliche Gewichtung wieder her. So nehmen Sie automatisch Gewinne mit und kaufen günstigere Assets nach.

Häufige Fragen zu Wachstumsaktien

Was sind typische Merkmale von Wachstumsaktien?

Wachstumsaktien zeichnen sich durch überdurchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum aus (oft 20% oder mehr pro Jahr), geringe oder keine Dividendenausschüttung (Gewinne werden reinvestiert), hohe Bewertungen gemessen am KGV, innovative Geschäftsmodelle und häufig eine starke Position in wachsenden Märkten wie Technologie, E-Commerce oder Biotechnologie.

Warum sind Wachstumsaktien bei steigenden Zinsen besonders anfällig?

Wachstumsaktien werden oft nach dem Discounted-Cashflow-Modell bewertet: Ihre hohen Bewertungen basieren auf erwarteten zukünftigen Gewinnen. Bei steigenden Zinsen werden diese zukünftigen Cashflows stärker abgezinst, was den fairen Wert der Aktie mathematisch reduziert. Zusätzlich werden festverzinsliche Anlagen attraktiver, was Kapital aus riskanteren Anlagen abzieht.

Wie unterscheiden sich Wachstumsaktien von Value-Aktien?

Value-Aktien sind bereits profitable, etablierte Unternehmen, die unter ihrem inneren Wert gehandelt werden - erkennbar an niedrigen KGVs und hohen Dividenden. Wachstumsaktien hingegen sind oft noch nicht profitabel, aber wachsen schnell. Anleger zahlen bei Growth-Aktien einen Aufpreis für erwartetes zukünftiges Wachstum, während Value-Investoren auf eine Korrektur der Unterbewertung setzen.

Welchen Anteil sollten Wachstumsaktien im Portfolio haben?

Das hängt von Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikotoleranz ab. Für jüngere Anleger mit langem Horizont (20+ Jahre) kann ein Growth-Anteil von 30-50% sinnvoll sein. Für konservativere Anleger oder bei kürzerem Anlagehorizont empfehlen Experten maximal 10-20%. Wichtig: Wachstumsaktien sollten nur ein Teil eines diversifizierten Portfolios sein, das auch Value-Aktien und andere Anlageklassen umfasst.

Kann man in Wachstumsaktien auch über ETFs investieren?

Ja, es gibt spezielle Growth-ETFs, die automatisch in Wachstumsaktien investieren. Beispiele sind der iShares MSCI World Growth ETF oder der Vanguard Growth ETF für US-Aktien. Diese ETFs bieten eine breite Streuung über viele Wachstumsunternehmen und reduzieren das Einzelaktienrisiko. Die Kosten liegen typischerweise zwischen 0,20% und 0,40% TER pro Jahr.

Fazit: Wachstumsaktien - hohes Risiko, hohe Chancen

Wachstumsaktien können außergewöhnliche Renditen liefern - aber sie verlangen auch außergewöhnliche Nerven. Die hohen Bewertungen, extreme Volatilität und das Zinsänderungsrisiko machen sie zu einem anspruchsvollen Investment.

Für langfristig orientierte Anleger mit hoher Risikotoleranz können Growth-Aktien ein sinnvoller Portfoliobaustein sein. Entscheidend ist: Investieren Sie nur Geld, das Sie über viele Jahre nicht benötigen, diversifizieren Sie breit und bleiben Sie Ihrer Strategie auch in schwierigen Zeiten treu.

Wenn Sie sich unsicher sind, starten Sie mit einem breit gestreuten Growth-ETF statt mit Einzelaktien. So partizipieren Sie am Wachstumspotenzial, reduzieren aber das Risiko einzelner Fehlgriffe.

Weiterführende Artikel

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Aktien und Unternehmen sind Beispiele und keine Kaufempfehlungen. Investitionen in Wertpapiere, insbesondere in Wachstumsaktien, sind mit erheblichen Risiken verbunden. Bitte informieren Sie sich umfassend und ziehen Sie bei Bedarf einen qualifizierten Finanzberater hinzu.

Aktien-Wissen direkt ins Postfach

Erhalten Sie wöchentlich Aktienanalysen, Markteinschätzungen und Strategietipps. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Bereits über 10.000 Anleger vertrauen unserem Newsletter