4 DAX-Unternehmen

Gesundheitssektor

Kliniken, Medizintechnik, Bioprocessing und Diagnostik: Der Gesundheitssektor profitiert von der alternden Bevölkerung und bietet defensive Qualitäten mit strukturellem Wachstumspotenzial.

Auf einen Blick

Anzahl DAX-Unternehmen

4

Gesamte Marktkapitalisierung

~104,5 Mrd. EUR

Durchschnittliches KGV

52,8

Durchschnittliche Dividendenrendite

1,4%

Unternehmensvergleich

Alle vier DAX-Gesundheitsaktien im direkten Vergleich nach wichtigen Kennzahlen.

UnternehmenKursMarktkapitalisierungKGVDividendeRecurring RevenueEmpfehlung
FREFresenius49,65 EUR27,5 Mrd. EUR23,43,0%~75%Halten
SHLSiemens Healthineers49,25 EUR55,0 Mrd. EUR26,82,2%~40%Kaufen
SRT3Sartorius251,20 EUR13,5 Mrd. EUR128,50,3%~80%Halten
QIAQiagen39,68 EUR8,5 Mrd. EUR32,50%~85%Kaufen

Stand: Januar 2026. Kurse und Kennzahlen können sich ändern. Keine Anlageberatung.

Unternehmensprofile

FRE

Fresenius SE

Diversifizierter Gesundheitskonzern mit Kliniken (Helios) und Medizintechnik (Kabi)

Europas größte private Klinikkette

49,65 EUR

Marktkapitalisierung: 27,5 Mrd. EUR

Halten

Geschäftsbereiche

  • -Fresenius Kabi (Medizinprodukte, Biopharma)
  • -Fresenius Helios (Krankenhäuser)

Stärken

  • Defensives Geschäftsmodell
  • Starke Marktposition in Europa
  • Wachstum bei Biopharma

Risiken

  • Regulatorische Risiken im Krankenhaussektor
  • Kostendruck im Gesundheitswesen
KGV: 23,4Dividende: 3,0%Recurring Revenue: ~75%
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SHL

Siemens Healthineers AG

Weltmarktführer für medizinische Bildgebung, Diagnostik und Onkologie

Marktführer bei MRT und CT

49,25 EUR

Marktkapitalisierung: 55,0 Mrd. EUR

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Geschäftsbereiche

  • -Imaging (55% Umsatz)
  • -Diagnostics (20%)
  • -Varian/Onkologie (17%)
  • -Advanced Therapies (9%)

Stärken

  • Technologieführerschaft bei Bildgebung
  • Starke Service-Vertragserlöse
  • KI-Integration in Produkte

Risiken

  • China-Geschäft unter Druck
  • Hohe Investitionen in F&E erforderlich
KGV: 26,8Dividende: 2,2%Recurring Revenue: ~40%
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SRT3

Sartorius AG

Führender Zulieferer für die Biopharma-Industrie mit Fokus auf Bioprocessing

Profiteur des Biopharma-Wachstums

251,20 EUR

Marktkapitalisierung: 13,5 Mrd. EUR

Halten

Geschäftsbereiche

  • -Bioprocess Solutions (80% Umsatz)
  • -Lab Products & Services (20%)

Stärken

  • Hoher Anteil wiederkehrender Verbrauchsmaterialien
  • Strukturelles Wachstum durch Biologika
  • Starke Kundenbindung

Risiken

  • Normalisierung nach COVID-Boom
  • Hohe Bewertung
  • Kundenlagerabbau
KGV: 128,5Dividende: 0,3%Recurring Revenue: ~80%
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QIA

Qiagen N.V.

Spezialist für molekulare Diagnostik und Probenaufbereitung

Führend in molekularer Diagnostik

39,68 EUR

Marktkapitalisierung: 8,5 Mrd. EUR

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Geschäftsbereiche

  • -Molecular Diagnostics
  • -Life Sciences
  • -Applied Testing

Stärken

  • Defensives Diagnostik-Geschäft
  • Hoher Consumables-Anteil
  • Starke Marktposition

Risiken

  • Forschungsbudgets unter Druck
  • Wettbewerb durch große Player
KGV: 32,5Dividende: 0%Recurring Revenue: ~85%
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Branchendynamik und Trends

Der deutsche Gesundheitssektor profitiert von strukturellen Megatrends, die langfristiges Wachstum unterstützen.

Demografischer Rückenwind

Mit über 23% der Bevölkerung über 65 Jahren und steigenden Gesundheitsausgaben (12,3% des BIP) profitiert der Sektor strukturell von der alternden Gesellschaft.

Bioprocessing-Normalisierung

Nach dem COVID-bedingten Boom normalisiert sich die Nachfrage. Sartorius verzeichnet aber seit H2 2024 wieder zweistelliges Auftragswachstum.

Diagnostik-Wachstum

Molekulare Diagnostik und personalisierte Medizin treiben strukturelles Wachstum. Qiagen und Siemens Healthineers profitieren von diesem Trend.

Wiederkehrende Erlöse

Serviceverträge, Verbrauchsmaterialien und Reagenzien sichern stabile Cashflows. Der Sektor weist mit 40-85% hohe recurring revenue Anteile auf.

Chancen und Risiken

Chancen

  • Alternde Bevölkerung treibt Nachfrage nach Gesundheitsleistungen strukturell
  • Wachstum bei Biologika und personalisierten Therapien
  • Digitalisierung und KI-Integration verbessern Effizienz und Diagnostik
  • Defensiver Sektor mit geringerer Konjunkturabhängigkeit
  • Hoher Anteil wiederkehrender Erlöse stabilisiert Cashflows

Risiken

  • Regulatorischer Druck und Preisverhandlungen im Gesundheitswesen
  • Hohe Bewertungen bei einigen Titeln (besonders Sartorius)
  • Abhängigkeit von F&E-Budgets und akademischer Forschung
  • Währungsrisiken durch globale Umsatzverteilung
  • Wettbewerb durch große US-Konkurrenten

Anlegertypen und Empfehlungen

Welche Gesundheitsaktie passt zu Ihrem Anlageprofil?

Konservative Anleger

Fresenius bietet die attraktivste Dividendenrendite und ein defensives Geschäftsmodell mit Krankenhäusern und Medizinprodukten.

Empfohlen:FRE

Wachstumsorientierte Anleger

Siemens Healthineers kombiniert Marktführerschaft in der Bildgebung mit Wachstumschancen in der Onkologie (Varian) und KI-Diagnostik.

Empfohlen:SHL

Langfristige Investoren

Qiagen profitiert vom strukturellen Trend zu molekularer Diagnostik und personalisierter Medizin bei moderater Bewertung.

Empfohlen:QIA

Risikobereite Anleger

Sartorius bietet das höchste Wachstumspotenzial, aber auch die höchste Bewertung. Einstieg bei Kursschwäche erwägen.

Empfohlen:SRT3

Häufig gestellte Fragen zum Gesundheitssektor

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um DAX-Gesundheitsaktien.

Welche DAX-Aktien gehören zum Gesundheitssektor?

Im DAX 40 sind vier Unternehmen dem Gesundheitssektor zugeordnet: Fresenius (Kliniken, Medizinprodukte), Siemens Healthineers (Medizintechnik, Bildgebung), Sartorius (Biopharma-Zulieferer) und Qiagen (Molekulare Diagnostik). Zusammen bringen sie eine Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden Euro auf die Waage.

Sind Gesundheitsaktien defensiv?

Ja, Gesundheitsaktien gelten als defensiver Sektor, da die Nachfrage nach medizinischen Leistungen weitgehend konjunkturunabhängig ist. Menschen benötigen Medikamente, Diagnosen und Behandlungen unabhängig von der Wirtschaftslage. Allerdings variiert die Defensivität: Fresenius mit seinen Krankenhäusern ist defensiver als Sartorius, dessen Kunden auch Forschungsbudgets kürzen können.

Warum ist das KGV bei Sartorius so hoch?

Das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Sartorius spiegelt die Wachstumserwartungen wider. Das Unternehmen profitiert strukturell vom Boom bei Biologika und Biopharma-Produkten. Nach dem COVID-bedingten Lagerabbau bei Kunden normalisiert sich das Geschäft seit 2024 wieder. Investoren zahlen einen Aufpreis für das erwartete langfristige Wachstum und den hohen Anteil wiederkehrender Umsätze (~80%).

Welche Gesundheitsaktie ist für Dividendenanleger geeignet?

Fresenius bietet mit 3,0% die höchste Dividendenrendite im Sektor, gefolgt von Siemens Healthineers mit 2,2%. Sartorius zahlt nur eine symbolische Dividende (0,3%), Qiagen gar keine. Für Dividendenanleger ist Fresenius die interessanteste Option, wobei auch Siemens Healthineers attraktiv ist und zusätzlich Wachstumspotenzial bietet.

Wie wirkt sich die alternde Bevölkerung auf den Sektor aus?

Deutschland hat mit 23,7% einen der höchsten Anteile an über 65-Jährigen weltweit. Bis 2035 werden über 30% der Bevölkerung dieser Altersgruppe angehören. Dies führt zu strukturell steigender Nachfrage nach Krankenhausleistungen (Fresenius Helios), Diagnostik (Siemens Healthineers, Qiagen) und Medikamenten. Der Markt für Altenpflege in Deutschland wächst jährlich um über 7%.

Gesundheitssektor im Blick behalten

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Keine Anlageberatung: Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Investitionsentscheidungen sollten auf Basis eigener Recherche und ggf. nach Konsultation eines unabhängigen Finanzberaters getroffen werden. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.