Industrie
Die 7 DAX-Industrieaktien umfassen Deutschlands wichtigste Technologie- und Fertigungsunternehmen - von Siemens Automatisierung bis Rheinmetall Verteidigung. Der Sektor profitiert von Digitalisierung, Aufrüstung und dem Luftfahrt-Boom.
Industrie-Aktien auf einen Blick
| Unternehmen | Kurs | Marktk. | KGV | Div.-Rendite | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|---|
| SIESiemens | 260,25 EUR | 242 Mrd. EUR | 28,8 | 2,1% | Kaufen |
| AIRAirbus | 215,50 EUR | 170 Mrd. EUR | 33,0 | 0,9% | Kaufen |
| RHMRheinmetall | 1.520,00 EUR | 87 Mrd. EUR | 42,5 | 0,5% | Kaufen |
| MTXMTU | 340,00 EUR | 18 Mrd. EUR | 22,0 | 1,2% | Kaufen |
| DHLDHL | 46,00 EUR | 52 Mrd. EUR | 14,5 | 5,4% | Halten |
| BNRBrenntag | 48,14 EUR | 9,5 Mrd. EUR | 15,8 | 4,4% | Halten |
| HEIHeidelberg Materials | 220,00 EUR | 41 Mrd. EUR | 21,2 | 1,4% | Halten |
Stand: Januar 2026. Kurse und Kennzahlen werden regelmäßig aktualisiert.
Aktuelle Treiber im Industriesektor
Zeitenwende & Aufrüstung
Europa rüstet massiv auf. NATO-Ziel: 5% des BIP für Verteidigung bis 2035. Das EU-Verteidigungspaket umfasst 800 Mrd. EUR.
Luftfahrt-Boom
Die Nachfrage nach Flugzeugen explodiert. Airbus hat einen Auftragsbestand von 8.665 Jets - das entspricht etwa 10 Jahren Produktion.
Digitale Transformation
Industrie 4.0 treibt die Nachfrage nach Automatisierung und Software. Siemens Digital Industries wächst mit Book-to-Bill von 1,1.
Zyklische Natur
Industrieaktien folgen dem Konjunkturzyklus. Bei Rezessionsängsten fallen sie oft stärker als der Markt - bieten aber auch mehr Erholungspotenzial.
Hohe Auftragsbestände
Die DAX-Industriewerte haben Rekord-Backlogs. Siemens 117 Mrd. EUR, Airbus 8.665 Flugzeuge, Rheinmetall mehrere Jahre Produktionskapazität.
Infrastruktur-Investitionen
Weltweit fließen Billionen in Infrastruktur. Heidelberg Materials profitiert als Baustoffhersteller und Dekarbonisierungs-Pionier.
Die 7 DAX-Industrieaktien im Detail
Marktführer bei Industrial Software & Automation
Siemens ist Deutschlands größter Industriekonzern und ein globaler Technologieführer in den Bereichen Automatisierung, Digitalisierung und smarte Infrastruktur. Mit Digital Industries und Smart Infrastructure positioniert sich der Konzern als Partner der Industrie 4.0. Der Auftragsbestand von 117 Mrd. EUR bietet hohe Umsatzvisibilität.
Rekord-Auftragsbestand von fast 9.000 Flugzeugen
Airbus ist weltweit führend in der zivilen Luftfahrt und hat Boeing in den letzten Jahren bei den Auslieferungen überholt. Der Auftragsbestand von über 8.600 Flugzeugen entspricht etwa 10 Jahren Produktion. Mit rund 793 Auslieferungen in 2025 steigert der Konzern kontinuierlich die Produktion. Die Aktie legte 2025 um über 50% zu.
Profiteur der europäischen Aufrüstung
Rheinmetall ist der große Gewinner der Zeitenwende. Die Aktie hat sich seit 2022 verzehnfacht und stieg 2025 um weitere 190%. Mit dem NATO-Ziel von 5% BIP-Verteidigungsausgaben bis 2035 und dem EU-Verteidigungspaket von 800 Mrd. EUR steht der Konzern vor jahrelangem Wachstum. Der Umsatz soll bis 2030 auf 50 Mrd. EUR steigen.
Starkes Aftermarket-Geschäft mit hohen Margen
MTU Aero Engines ist Deutschlands führender Triebwerkshersteller und Partner bei den meistverkauften Antrieben der Welt. Das Unternehmen profitiert vom starken Flugverkehrswachstum und der alternden Flugzeugflotte. Das margenstarke Aftermarket-Geschäft (Wartung, Reparatur) sorgt für stabile Cashflows.
Globaler Logistikführer mit stabiler Dividende
DHL Group (ehemals Deutsche Post) ist der weltweit führende Logistikkonzern. Mit Express, Global Forwarding und E-Commerce deckt der Konzern die gesamte Lieferkette ab. Die attraktive Dividendenrendite von 5,4% macht die Aktie für Einkommensinvestoren interessant. Der E-Commerce-Boom bleibt ein struktureller Treiber.
Weltmarktführer mit breitem Kundenstamm
Brenntag ist der globale Marktführer in der Chemiedistribution und verbindet Chemieproduzenten mit Industriekunden weltweit. Das Geschäftsmodell ist krisenresistent, da Chemikalien in nahezu allen Industrien benötigt werden. Nach einem schwachen Jahr 2024 (-31%) bietet die Aktie nun eine attraktive Dividendenrendite.
Dekarbonisierungs-Vorreiter in der Zementindustrie
Heidelberg Materials (ehemals HeidelbergCement) ist einer der weltweit größten Baustoffhersteller. Der Konzern investiert stark in CO2-arme Zementproduktion und könnte von Infrastrukturprogrammen profitieren. Die Aktie stieg 2025 um über 80% und erreichte neue Höchststände.
Auftragslage und Sektordynamik
Auftragsbestände im Vergleich
~10 Jahre Produktionsreichweite
Book-to-Bill: 1,1 (wachsend)
Was ist Book-to-Bill?
Das Book-to-Bill-Verhältnis zeigt das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz. Ein Wert über 1,0 bedeutet, dass mehr Aufträge eingehen als abgearbeitet werden - ein positives Zeichen für zukünftiges Wachstum.
Siemens Digital Industries Q4/2025: Book-to-Bill von 1,1 signalisiert Erholung nach schwachem Vorjahr.
Trends und Ausblick 2026
Positive Trends
- Verteidigungsausgaben: NATO-Länder erhöhen Budgets massiv - Rheinmetall sieht Umsatzvervielfachung bis 2030
- Luftfahrt-Erholung: Passagierzahlen über Vor-Corona-Niveau, Airlines bestellen Rekordmengen
- Automatisierung: Fachkräftemangel treibt Investitionen in Industrie 4.0 und Robotik
- Infrastruktur: Billionen-Investitionen weltweit in Straßen, Brücken und Gebäude
Risiken im Blick
- Konjunkturrisiko: Industrieaktien sind zyklisch - bei Rezession fallen Investitionen
- Bewertungen: Rheinmetall mit KGV 42, Airbus mit KGV 33 - viel Wachstum eingepreist
- Lieferkettenprobleme: Airbus kämpft mit Zulieferer-Engpässen, Produktionsziele wurden angepasst
- Geopolitik: Handelskonflikte und Sanktionen können globale Lieferketten belasten
Chancen und Risiken im Industriesektor
Chancen
- +Struktureller Rüstungsboom über viele Jahre
- +Rekord-Auftragsbestände bieten Umsatzvisibilität
- +Digitalisierung und Automatisierung als Megatrends
- +Luftfahrt-Erholung treibt Airbus und MTU
- +Dividendenstarke Titel wie DHL (5,4% Rendite)
Risiken
- -Hohe Bewertungen nach starken Kursgewinnen
- -Zyklische Abhängigkeit von der Konjunktur
- -Lieferkettenrisiken und Produktionsengpässe
- -Geopolitische Unsicherheiten und Handelsbarrieren
- -Chemiemarkt schwach (Brenntag betroffen)
Häufig gestellte Fragen zu Industrieaktien
Welche DAX-Industrieaktie ist die beste für Anfänger?
Für Anfänger eignet sich Siemens besonders gut: Das Unternehmen ist breit diversifiziert, zahlt eine verlässliche Dividende und ist Marktführer in zukunftsträchtigen Bereichen wie Automatisierung und Digitalisierung. Die Aktie ist weniger volatil als reine Rüstungs- oder Luftfahrtwerte.
Ist Rheinmetall nach dem Kursanstieg noch ein Kauf?
Die Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 verzehnfacht und ist mit einem KGV von über 40 nicht mehr günstig. Dennoch sehen viele Analysten weiteres Potenzial: Der Konzern plant eine Verfünffachung des Umsatzes bis 2030. Anleger sollten aber bereit sein, hohe Volatilität auszuhalten. Ein Einstieg in Tranchen kann das Timing-Risiko reduzieren.
Was bedeutet der Airbus-Auftragsbestand für Anleger?
Der Auftragsbestand von über 8.600 Flugzeugen entspricht etwa 10 Jahren Produktionsreichweite bei aktuellen Kapazitäten. Das bietet enorme Umsatzvisibilität und reduziert das Geschäftsrisiko erheblich. Airbus muss aber die Produktion hochfahren und Lieferkettenprobleme lösen - das gelingt nur schrittweise. Die hohe Bewertung (KGV 33) reflektiert dieses Wachstumspotenzial.
Welche Industrieaktie zahlt die höchste Dividende?
DHL Group bietet mit 5,4% die höchste Dividendenrendite unter den DAX-Industrieaktien. Der Logistikkonzern verfolgt eine aktionärsfreundliche Politik mit stabilen bis steigenden Ausschüttungen. Auch Brenntag(4,4%) ist für Dividendenanleger interessant. Wachstumsorientierte Titel wie Rheinmetall oder Airbus zahlen dagegen nur minimale Dividenden.
Wie reagieren Industrieaktien auf eine Rezession?
Industrieaktien sind typischerweise zyklisch und fallen in Rezessionen oft stärker als der Gesamtmarkt. Unternehmen und Regierungen schieben Investitionen auf, was Aufträge und Umsätze belastet. Allerdings: Rüstungsaktien wie Rheinmetall gelten als relativ rezessionsresistent, da Verteidigungsausgaben politisch priorisiert werden. DHL profitiert vom strukturellen E-Commerce-Wachstum.
Gibt es einen ETF für deutsche Industrieaktien?
Es gibt keine reinen ETFs auf deutsche Industrieaktien. Alternativen sind:
- iShares STOXX Europe 600 Industrial Goods & Services: Europäische Industrie breit gestreut
- Xtrackers DAX: Alle DAX-Werte, Industrieanteil ~15%
- VanEck Defense ETF: Fokus auf Rüstung (inkl. Rheinmetall)
Für gezielte Investments in einzelne Subsektoren (z.B. Verteidigung, Luftfahrt) sind Einzelaktien oft die bessere Wahl.
Investitionsleitfaden: Industriesektor
Wachstum
Für maximales Wachstumspotenzial mit höherem Risiko
Keine Anlageberatung
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